
Neue Studien zeigen, dass moderne KI-Systeme wie GPT-5, Grok 4 oder OpenAI o1 bei medizinischen Fragestellungen teilweise bessere Ergebnisse erzielen als Ärzte. Besonders bei schwierigen Diagnosen und komplexen Patientenfällen erreichten die Modelle überraschend hohe Trefferquoten.
In einer Studie mit besonders anspruchsvollen Fallbesprechungen des New England Journal of Medicine erkannte ein KI-Modell die richtige Diagnose in rund 78 Prozent der Fälle und lag dabei häufig sogar an erster Stelle der möglichen Diagnosen. In direkten Vergleichen schnitt die KI teilweise besser ab als Assistenz- und Fachärzte.
Besonders stark waren die Modelle in Situationen mit wenigen Informationen, etwa in der frühen Notaufnahme-Triage. Dort konnten sie Symptome und Befunde schnell verknüpfen und passende Differenzialdiagnosen erstellen.
Allerdings zeigen andere Untersuchungen auch Schwächen: Viele KI-Systeme haben Schwierigkeiten, mehrere plausible Alternativdiagnosen gleichzeitig zu berücksichtigen. Außerdem wurden in einigen Studien wichtige Funktionen wie Internetsuche, Leitlinienzugriffe oder spezielle Analysewerkzeuge bewusst deaktiviert.
Experten gehen deshalb derzeit nicht davon aus, dass KI Ärzte ersetzt. Stattdessen könnte sie künftig als zusätzliche Sicherheitsinstanz dienen, Diagnosen überprüfen, Patienten vorab einschätzen oder die Triage in Notaufnahmen unterstützen.
Das Fazit: Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und erreicht in einzelnen Bereichen bereits Leistungen auf Facharztniveau oder darüber. Die Rolle von Ärztinnen und Ärzten dürfte sich dadurch verändern – weg von der reinen Diagnosestellung hin zu Kontrolle, Einordnung und Verantwortung für die Ergebnisse der KI.

Der Artikel erschien zuerst auf doccheck.com
