Krankenhausreform gefährdet spezialisierte Schmerztherapie (doccheck.com)

Holzbausteine

Die geplante Krankenhausreform könnte erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen haben. Zwar soll das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) die Behandlungsqualität verbessern und Leistungen stärker spezialisieren, die spezielle Schmerzmedizin wird jedoch nicht als eigene Leistungsgruppe berücksichtigt.

Besonders betroffen ist die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST), die als wichtiger Bestandteil der Behandlung chronischer Schmerzen gilt. Sie kombiniert medizinische, psychologische und physiotherapeutische Maßnahmen und wird von mehreren Fachdisziplinen gemeinsam durchgeführt. Ziel ist es, Betroffenen einen besseren Umgang mit ihren Schmerzen zu ermöglichen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Chronische Schmerzen und psychische Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen treten häufig gemeinsam auf. In der multimodalen Schmerztherapie arbeiten deshalb Schmerzmediziner, Psychologen, Psychotherapeuten und weitere Fachrichtungen eng zusammen. Diese Zusammenarbeit ist für viele Betroffene ein entscheidender Baustein der Behandlung.

Experten befürchten, dass durch die fehlende Berücksichtigung der Schmerzmedizin in der Krankenhausreform die Finanzierung und der Fortbestand vieler spezialisierter Schmerzprogramme gefährdet werden. Die Folge könnten längere Wartezeiten, weniger Therapieplätze und eine schlechtere Versorgung schwer belasteter Patienten sein.

Für Menschen mit chronischen Schmerzen wäre dies besonders problematisch, da multimodale Schmerzprogramme häufig die letzte Möglichkeit darstellen, eine umfassende und interdisziplinäre Behandlung zu erhalten. Viele Fachleute warnen deshalb vor einem gesundheitspolitischen und menschlichen Rückschritt in der Schmerzversorgung.

Der Artikel erschien zuerst auf doccheck.com

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