
Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt, dass der geplante elektronische Medikationsplan (eMP) auf große Akzeptanz bei gesetzlich Versicherten stößt. 90 Prozent bewerten die Möglichkeit, den Medikationsplan digital in der elektronischen Patientenakte (ePA) zu speichern, positiv.
Der elektronische Medikationsplan soll alle aktuell verordneten Medikamente einschließlich Dosierung und Einnahmehinweisen zentral in der ePA speichern. Dadurch sollen Ärztinnen und Ärzte sowie andere an der Behandlung Beteiligte einen besseren Überblick über die Medikation erhalten und die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessert werden.
Die wichtigsten Erwartungen der Befragten:
- 90 % erwarten einen besseren Überblick für Ärztinnen und Ärzte.
- 89 % begrüßen den Zugriff auf Medikamenten- und Dosierungsinformationen.
- 88 % erhoffen sich eine bessere Vermeidung gefährlicher Wechselwirkungen.
- 86 % möchten ihre eigene Medikation leichter überblicken.
- 85 % sehen Vorteile für pflegende Angehörige.
- 80 % befürworten auch den Zugriff durch Apotheken.
Besonders profitieren sollen Menschen mit Mehrfachmedikation. 36 Prozent der Befragten nehmen dauerhaft mindestens drei verschriebene Medikamente ein und erfüllen damit die Voraussetzungen für einen Medikationsplan. Von ihnen besitzen bereits 62 Prozent einen schriftlichen Medikationsplan. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 73 Prozent.
Trotz der hohen Zustimmung bestehen weiterhin Informationsdefizite zur elektronischen Patientenakte. Nur 47 Prozent fühlen sich gut über die ePA informiert, während 51 Prozent ihren Informationsstand als unzureichend einschätzen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Wert nur geringfügig verbessert.
Auch im Praxisalltag spielt die ePA bislang nur eine geringe Rolle. 81 Prozent der Versicherten berichten, dass ihre elektronische Patientenakte bei Arztbesuchen in diesem Jahr nicht angesprochen wurde. Lediglich 12 Prozent wurden von Praxis oder Ärzten aktiv darauf hingewiesen, während 7 Prozent das Thema selbst zur Sprache brachten.
Fazit: Der elektronische Medikationsplan wird von den Versicherten klar befürwortet und gilt als wichtiger Schritt für mehr Arzneimittelsicherheit. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass sowohl die Information der Bevölkerung als auch die Einbindung der ePA in den Praxisalltag noch deutlich verbessert werden müssen.

Der Artikel erschien zuerst auf gelbe-liste.de
