Medikationsmanagement: Wenn Arztpraxis und Apotheke gemeinsam Verantwortung tragen (doccheck.com)

Ein kontinuierliches Medikationsmanagement kann besonders Menschen helfen, die dauerhaft viele Arzneimittel einnehmen. Eine neue Leitlinie der Bundesapothekerkammer sieht vor, dass Apotheken die Medikation nicht nur einmalig prüfen, sondern über längere Zeit begleiten. Dabei sollen unter anderem Doppelverordnungen, Wechselwirkungen, Einnahmeprobleme und Veränderungen nach einem Krankenhausaufenthalt erkannt werden. Die Entscheidung über eine ärztlich verordnete Therapie bleibt weiterhin bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

In der Praxis ist die Aufgabenteilung jedoch anspruchsvoll. Apotheken kennen häufig auch frei verkäufliche Mittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate, die nicht mehr eingenommen werden. Arztpraxen verfügen dagegen über Diagnosen, Laborwerte, Therapieziele und die medizinische Begründung einer Verordnung. Erst wenn beide Seiten ihre Informationen zusammenführen, lässt sich beurteilen, ob eine auffällige Kombination tatsächlich gefährlich oder bewusst gewählt und ärztlich überwacht ist.

Der zugrunde liegende DocCheck-Kommentar weist deshalb auf noch offene Fragen hin: Wie genau sollen sich Apotheke und Praxis abstimmen, welche Hinweise müssen wie schnell beantwortet werden und wie wird der zusätzliche Aufwand vergütet? Auch der elektronische Medikationsplan kann nur dann helfen, wenn die Angaben vollständig, aktuell und Änderungen nachvollziehbar sind. Erfahrungen aus dem Modellprojekt ARMIN zeigen, dass eine strukturierte Zusammenarbeit möglich ist; sie braucht aber klare Zuständigkeiten und gemeinsame technische Abläufe.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Eine aktuelle Medikamentenliste sollte auch selbst gekaufte Schmerzmittel, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel enthalten. Bei widersprüchlichen Einschätzungen sollten Arztpraxis und Apotheke direkt miteinander klären, welche Informationen fehlen. Medikamente sollten nicht eigenmächtig begonnen, abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Entscheidend für mehr Arzneimittelsicherheit sind verlässliche Kommunikationswege, sinnvoll priorisierte Warnhinweise und eine gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten.

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Der Artikel erschien zuerst auf doccheck.com

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