
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird ab sofort schrittweise um neue Funktionen erweitert. Ziel ist es, die Nutzung für Patientinnen und Patienten sowie für Arztpraxen und Krankenhäuser einfacher und hilfreicher zu machen.
Die wichtigsten Neuerungen:
- Push-Benachrichtigungen: Nutzer können sich künftig automatisch informieren lassen, wenn neue Dokumente (z. B. Befunde oder Entlassbriefe) in der ePA gespeichert werden oder wenn eine Praxis auf die Akte zugreift. Welche Benachrichtigungen angezeigt werden, lässt sich individuell einstellen.
- Elektronischer Medikationsplan (eMP): Ab Mitte Juli startet zunächst in den Modellregionen Franken, Hamburg und Teilen Nordrhein-Westfalens eine Pilotphase. Der eMP soll langfristig den bisherigen bundeseinheitlichen Medikationsplan ersetzen.
- Bessere Medikamentenübersicht: Ärztinnen und Ärzte können künftig Dosierungen anpassen sowie rezeptfreie Medikamente (OTC) und Betäubungsmittel ergänzen. Dadurch entsteht eine vollständigere Übersicht aller eingenommenen Medikamente und das Risiko von Wechselwirkungen soll sinken.
- Weitere Funktionen geplant: Im Laufe des Jahres sollen unter anderem eine Volltextsuche in der ePA sowie die Möglichkeit zur Bereitstellung anonymisierter Daten für die Gesundheitsforschung folgen. Der bundesweite Ausbau aller neuen Funktionen ist bis Anfang 2027 vorgesehen.
Wichtiger Hinweis für Versicherte:
Ab dem 1. Juli benötigen viele Krankenkassen-Apps aus Sicherheitsgründen ein aktuelles Betriebssystem (mindestens Android 14 oder iOS 18). Wer ein älteres Smartphone nutzt, kann möglicherweise nicht mehr per App auf seine ePA zugreifen. Verbraucherzentralen fordern deshalb alternative Zugangsmöglichkeiten, etwa über Desktop-Anwendungen, Apotheken oder öffentliche Gesundheitsterminals, damit niemand wegen veralteter Technik von seinen Gesundheitsdaten ausgeschlossen wird.

Der Artikel erschien zuerst auf aerzteblatt.de
