
Schlafstörungen und chronische Schmerzen treten häufig gemeinsam auf: Rund 70 bis 75 Prozent der Menschen mit chronischen Schmerzen leiden unter schlechtem Schlaf oder einer Insomnie. Dabei besteht ein Teufelskreis: Schmerzen verschlechtern den Schlaf, gleichzeitig erhöhen Schlafstörungen die Schmerzempfindlichkeit. Studien zeigen sogar, dass schlechter Schlaf Schmerzen stärker verstärkt als Schmerzen den Schlaf beeinträchtigen.
Bereits eine Schlafdauer von weniger als sechs Stunden kann die Schmerzempfindlichkeit und das Risiko für spontane Schmerzen am folgenden Tag um etwa 30 Prozent erhöhen. Schlafmangel schwächt die körpereigene Schmerzhemmung, fördert Entzündungsprozesse und begünstigt negative Gefühle wie Angst, Depression oder Katastrophisieren, die Schmerzen zusätzlich verstärken können.
Als guter Schlaf gelten etwa 7,5 bis 8,5 Stunden Schlaf pro Nacht, mindestens 60 Minuten Tiefschlaf und 90 Minuten REM-Schlaf. Zur Verbesserung des Schlafs empfehlen Experten regelmäßige Bewegung, eine ruhige Abendgestaltung, das Schlafen in Seitenlage sowie den Verzicht auf Mittagsschlaf.
Besonders bei Erkrankungen wie Migräne, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom oder chronischen Rückenschmerzen kann eine Verbesserung der Schlafqualität zu einer Verringerung der Schmerzen beitragen.
Darüber hinaus erhöhen Schlafstörungen nicht nur das Schmerzrisiko, sondern auch die Anfälligkeit für Stress, Diabetes, Störungen des Immunsystems sowie andere gesundheitliche Probleme. Daher sollte die Schlafqualität bei Menschen mit chronischen Schmerzen immer gezielt berücksichtigt und behandelt werden.
Quellen/Referenzen:
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Wie-sich-schlechter-Schlaf-auf-Schmerzen-auswirkt
